Nordvietnam beeindruckt mit einer Landschaft, die so vielfältig ist wie ihre Kulturen. Gewaltige Karstberge ragen aus smaragdgrünen Reisfeldern, Nebel schmiegt sich morgens an die Berghänge, und Flüsse ziehen sich wie silberne Bänder durch tiefe Täler. Besonders ikonisch ist die Ha-Long-Bucht: Tausende Kalksteinfelsen erheben sich dort aus dem Meer und schaffen eine mystische Welt aus Inseln, Höhlen und versteckten Lagunen.
Weiter im Landesinneren prägen terrassenförmige Reisfelder die Bergregionen um Sapa und Ha Giang. Sie folgen in sanften Bögen den Konturen der Hänge und erzeugen je nach Jahreszeit ein Spiel aus sattem Grün, goldenen Tönen oder spiegelnden Wasserflächen. In den abgelegenen Bergwelten leben verschiedene ethnische Minderheiten, deren Dörfer harmonisch in die Landschaft eingebettet sind.
Die Natur Nordvietnams ist zugleich rau und beruhigend. Dichte Wälder, in denen seltene Pflanzen und Tiere vorkommen, wechseln sich mit steilen Schluchten und Wasserfällen ab. Der Ban-Gioc-Wasserfall, einer der größten Asiens, stürzt in mehreren Kaskaden über Kalksteinterrassen – ein Naturschauspiel, das fast unwirklich wirkt.
Trotz ihrer Wildheit ist die Natur des Nordens sensibel. Klimatische Veränderungen, Landwirtschaft und Tourismus stellen Herausforderungen dar, doch viele Regionen bemühen sich verstärkt um nachhaltigen Schutz. Nordvietnam bleibt ein Ort, an dem sich ursprüngliche Landschaften und kulturelle Vielfalt auf eindrucksvolle Weise begegnen.